Kann der das?
„Kann der eine Verwaltung führen?“ Diese Frage stellen sich viele Menschen – und sie ist vollkommen berechtigt. Schließlich geht es beim Amt des Bürgermeisters nicht nur um Ideen für Waldems oder öffentliche Termine. Der Bürgermeister trägt Verantwortung für die gesamte Gemeindeverwaltung, ihre Beschäftigten, ihre Abläufe und ihre Entscheidungen.
Deshalb habe ich bereits vor der öffentlichen Bekanntgabe meiner Kandidatur begonnen, mich intensiv auf die möglichen Aufgaben eines Bürgermeisters und Verwaltungsleiters vorzubereiten.
Ein Bürgermeister trägt Verantwortung für eine gesamte Gemeinde. Gleichzeitig ist er Leiter der Verwaltung und Dienstvorgesetzter der Beschäftigten. Dazu gehören Personalführung, Haushaltsfragen, rechtliche Vorgaben, die Organisation von Abläufen und die Zusammenarbeit mit Gemeindevorstand und Gemeindevertretung.
Diese Aufgabe nehme ich sehr ernst.
Führung ist für mich kein Neuland
Ich komme nicht aus einer klassischen Verwaltungslaufbahn. Bei den Themen Führung, Organisation und Verantwortung beginne ich aber keineswegs bei null.
Als Geschäftsführer von Mobydisc koordiniere ich seit Jahren ein deutschlandweites Team von zeitweise bis zu 80 selbstständigen DJs. Dazu gehören Auswahl, Einteilung und Begleitung ebenso wie klare Qualitätsstandards, verlässliche Abläufe und der Umgang mit kurzfristigen Problemen. Gerade bei Veranstaltungen gilt: Wenn etwas nicht nach Plan läuft, braucht es schnelle Entscheidungen, klare Kommunikation und jemanden, der Verantwortung übernimmt.
Auch meine langjährige Arbeit in verschiedenen Vereinsvorständen gehört zu dieser Erfahrung. Dabei geht es nicht nur um Sitzungen und Veranstaltungen, sondern um Verantwortung für Mitglieder, Finanzen, Entscheidungen und konkrete Projekte.
Mit der Gründung der Kerbe- und Brauchtumsgesellschaft Steinfischbach 2024 e. V. habe ich gemeinsam mit anderen einen neuen Verein von Grund auf aufgebaut. Dazu gehörten unter anderem die Erarbeitung einer Satzung, die Schaffung verlässlicher Strukturen, die Klärung von Zuständigkeiten und der Aufbau eines funktionierenden Vereinslebens.
Auch im geschäftsführenden Vorstand des TuS Steinfischbach habe ich an unterschiedlichen Projekten mitgewirkt – von der Entwicklung erster Ideen über Abstimmungen und Finanzierung bis zur praktischen Umsetzung. Dabei habe ich gelernt, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen, ehrenamtliche Mitstreiter zu gewinnen und auch dann dranzubleiben, wenn ein Projekt nicht auf Anhieb vorankommt.
Eine Gemeindeverwaltung ist selbstverständlich etwas anderes als ein Verein. Aber Verantwortung zu übernehmen, tragfähige Strukturen aufzubauen, Menschen einzubinden und Projekte verlässlich umzusetzen, gehört in beiden Bereichen zu guter Führung.
Auch meine Zeit beim Technischen Hilfswerk hat mich geprägt. Als Zugführer im THW Köln-Porz war ich Teil einer klar geregelten Behörden- und Führungsstruktur. Ich musste Einsatzlagen beurteilen, Aufgaben verteilen, unterschiedliche Einheiten koordinieren und auch unter Druck Entscheidungen treffen. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig eindeutige Zuständigkeiten, funktionierende Meldewege und Vertrauen in die Fachkenntnis der eigenen Mannschaft sind.
Diese Erfahrungen lassen sich nicht eins zu eins auf eine Gemeindeverwaltung übertragen. Sie bilden aber eine belastbare Grundlage für Führung, Organisation und verantwortliches Handeln.
Die Besonderheiten einer Verwaltung muss man kennen
Eine Gemeindeverwaltung ist kein Unternehmen und auch keine Einsatzorganisation. Sie arbeitet auf der Grundlage von Gesetzen, politischen Beschlüssen und klar festgelegten Zuständigkeiten.
Deshalb beschäftige ich mich bereits seit der Zeit vor meiner öffentlichen Kandidatur intensiv mit den Besonderheiten des Bürgermeisteramts und der kommunalen Verwaltung.
Dazu gehören insbesondere:
- die Hessische Gemeindeordnung und die rechtliche Stellung des Bürgermeisters,
- das kommunale Haushaltswesen,
- Personalführung und Organisation in einer öffentlichen Verwaltung,
- die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Gemeindevorstand und Gemeindevertretung,
- Entscheidungs- und Verwaltungsabläufe,
- Digitalisierung und Prozessmanagement,
- sowie die Vorbereitung der ersten Monate im Amt.
Durch meine Arbeit in der Gemeindevertretung, im Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss und in der Gemeindeentwicklungskommission erhalte ich zusätzlich unmittelbare Einblicke in kommunale Entscheidungswege, Vorlagen, Haushaltsfragen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Gremien.
Darüber hinaus suche ich den Austausch mit Menschen, die praktische Erfahrung in Kommunalverwaltungen und Bürgermeisterämtern besitzen. Geeignete Fortbildungsangebote prüfe ich ebenfalls gezielt. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Zertifikate vorzuzeigen. Entscheidend ist, das Wissen zu erwerben, das ich für eine verantwortungsvolle Amtsführung tatsächlich brauche.
Fachwissen nutzen, Verantwortung übernehmen
Ein Bürgermeister kann und muss nicht jede Aufgabe seiner Verwaltung selbst bearbeiten. Dafür gibt es qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fachgebieten.
Seine Verantwortung besteht darin, klare Ziele zu formulieren, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen und das vorhandene Fachwissen sinnvoll zusammenzuführen. Er muss zuhören können, aber am Ende auch entscheiden und Verantwortung übernehmen.
Genau so verstehe ich Führung.
Sollten mir die Waldemserinnen und Waldemser ihr Vertrauen schenken, möchte ich nicht unvorbereitet im Rathaus beginnen. Meine Vorbereitung hat deshalb nicht erst mit der öffentlichen Bekanntgabe meiner Kandidatur begonnen – und sie wird bis zu einer möglichen Amtsübernahme konsequent weitergehen.
Denn Verantwortung beginnt für mich nicht erst mit dem Amtsantritt. Sie beginnt mit der Entscheidung, für dieses Amt zu kandidieren.
Kann der das? Ja – weil ich Führungserfahrung mitbringe, Verantwortung gewohnt bin und mich bereits seit Längerem gezielt auf dieses Amt vorbereite.
